WORK IN PROGRESS © Jan Buchinger, 2018

New

Ein neuer Ansatz, eine neue Interpretation

New World - Neue Welt

Die neue die sich mit dem Internet zu formen begann; eine neue Welt in der Grenzen und Herkunft keine Rolle spielen.

New World Anarchy - Neue Welt Anarchie

Ein grenzenloser Kodex der jeden Menschen als seinen oder ihren eigenen und einzigen Besitzer oder Besitzerin anerkennt. Eine Stimme für eine globale Kultur des Empowerment und der Emanzipation.

Anarchie bedeutet nicht Anomie. Anomie bedeutet das an das die meisten Menschen denken wenn sie an Anarchie denken; ein dystopischer Zustand der Gesetzeslosigkeit und Gewalt.

Hier bedeutet Anarchie Kooperation und das Suchen von Konsens.

Ein Gewaltmonopol des Staates ist willkommen um eine demilitarisierte Gesellschaft zu gewährleisten und den Frieden gegen gewaltsame und gefährliche Individuen oder Gruppen abzusichern. Diese Anarchie will keine Regierung abschaffen. Sie ist eher als ein Zusatz zu sozialer Demokratie und Menschenrechten gemeint.

Angenommen dass eine Maximierung der individuellen Selbstregulation Staatskosten reduziert ist eine Symbiose nicht nur möglich sondern auch gut gerechtfertigt.

Die Menschenrechte haben es uns ermöglicht ein egalitäres Wohlstandsystem zu etablieren. Es ist immer noch unfertig aber es ist da. Nun ist körperlicher Wohlstand weitgehend durch die Solidarität des Systems gewährleistet.

Aber die Gesellschaft muss sich weiterhin weiterentwickeln. Auf einer technologischen Ebene passieren Paradigmenwechsel schnell. Die Gesellschaft und ihre Kultur entwickelt sich allerdings nicht so schnell.

Globalismus ist eine Realität die angenommen und auch mit Egalitarismus befruchtet werden muss.

Wie machen wir den nächsten Schritt; wie etablieren wir emotionalen Wohlstand?

In einer zivilisierten Gesellschaft bedeutet Anarchie Solidarität und Empowerment. Egalitäre Freiheit zu wählen und fortgeschrittene Selbstregulation könnten es unserer Gesellschaft ermöglichen kreativer und intelligenter zu werden.

Peace Prayer for Europe (cc) Jan Buchinger, 2016

Das Problem: unsere Kultur der Gewalt

"In der Tierwelt ist es oft der oder die stärkste Kämpfer/in, der oder die gewalttätigste, wird den höchsten sozialen Status erlangen." Dieser Glaube leitet manchmal Individuen oder auch Gruppen dazu ihre Kultur der Solidarität abzubauen. Solche Systeme der Gewalt sind, glaube ich, erschreckend weit verbreitet. "Fressen und gefressen werden" ist der Modus (der Gruppe); dabei spreche ich von emotionalem Kannibalismus! Die Kommunikation besteht darin einander zu unterwerfen und Gewaltinitiation als Abwehrmassnahme geläufige Praxis. Niemand weis mehr, wer wen als erstes verletzt hat also wird jede/r Beteiligte Täter/in und Opfer zur gleichen Zeit. So ein System behindert alle Beteiligten daran sich selbst zu finden weil alle in Feindbildern und Hassgefühlen verloren sind. Alles was es erreicht ist das Kultivieren der tierischen Eigenschaften die man überwinden sollte um auf eine produktive Art und Weise der Gesellschaft beizutragen. Wie kann dieses Dschungel Gesetz überwunden werden?

Sadness Sickness - Traurigkeitskrankheit

Traurigkeit ist eine Emotion die wohl jeder Mensch kennt. Normalerweise hat man Wege um mit der Traurigkeit umzugehen wie Trauer mit einer Gruppe oder jemandem Anderen der oder die Mitgefühl zeigt um den Schmerz der Trauer auszubalancieren. Wenn jemand mit seiner oder ihrer Traurigkeit alleine gelassen wird und diese Person ihre Emotionen nicht bewältigen kann um Erleichterung und Frieden zu finden, dann kann sich der Zustand von Traurigkeit und Verwirrung normalisieren. Das kann sich dann in einer Art chronischen Depression auswirken. Wenn diese Person in einem Umfeld der Gewalt sozialisiert wurde, er oder sie könnte gelernt habe Gewaltsame Strategien zu verfolgen. Solche Umstände, in einem Umfeld in dem es an Empathie mangelt, könnten dann zu einer unbewussten Kultur des gegenseitigen Erzwingens von Empathie führen. Die Verbindung zwischen Individuen wird durch Gewalt hergestellt; traumatische Verbindungen sind die Norm. Der einzige Weg den inneren Zustand der Traurigkeit zu kommunizieren wird das Zufügen von Schmerzen. Traurigkeit (Sadness) wird zu Sadismus (Sadism).

Die emotionale Welt eines/er Sadisten/in ist dominiert von so viel Schmerz dass er oder sie Gefühlsblind werden kann. Die einzige Möglichkeit das Leben zu geniessen, wird das Beobachten des Schmerzes der den oder die SadistIn belastet in Anderen. Das könnte der einzige Moment sein in dem eine empathische Verbindung aufgebaut werden kann; der einzige Weg sich Verbunden zu fühlen wird das Beifügen von Schmerz. So traurig; aber keine Entschuldigung!

Das könnten die inneren Mechanismen einer Gewaltkultur sein die sich verbreitet indem sie Täter macht die durch ihre Opfererfahrung ausgebildet werden.

Die gute Nachricht ist, dass man sich durch das intensive Reflektieren der eigenen Opfer- und Täterrollen von dieser schädlichen Kultur der Gewalt und des Sadismus emanzipieren und eine Kultur von Empathie und Respekt entwickeln kann.

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

Wir müssen immer noch daran arbeiten Empowerment auszubalancieren. Egalitarismus impliziert dass es die Gesellschaft jedem Menschen gleichermassen ermöglichen sollte den Weg der Emanzipation zu finden.

Ein Maximum an Selbstregulation sollte das Ziel sein. Um den freien Willen zu ermöglichen ist eine differenzierte Weltsicht notwendig. Nach Beeinträchtigungen des freien Willens Ausschau zu halten könnte die Sicht auf diese Thematik schulen. Selbstregulation ist oft durch verschiedene Kanäle wie Kultur, Religion, Kapitalismus etc. in Frage gestellt. Oft ist es sinnvoll Regulationen zu befolgen. Auch oft werden wir aber von der Illusionsindustrie namens Marketing verführt. Es ist eine weit verbreitete Erkenntnis dass Glück nicht gekauft werden kann. Ein Ding kann nicht emotionale Bedürfnisse kompensieren. Trotzdem fährt die Marketingindustrie genau dieses Programm; das Verbinden von positiven Emotionen mit Produkten. Erzeugen von unterschwelligen Illusionen die unterbewusst den Glauben erzeugen dass man Dinge braucht um glücklich zu sein. Zur gleichen Zeit weis jeder dass der kurze Moment der Zufriedenheit schnell vergänglich ist. Gibt es da nicht einen Konflikt wenn man die Emotionen von Millionen von Menschen so programmiert nur um das Kapital zu steigern? Ich glaube nicht dass "the State of the marketing art" mit den Menschenrechten konform ist. Seit diesbezüglich niemand etwas unternimmt liegt es an jedem Individuum selber aufmerksam zu bleiben und die eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Glaubenssätze zu reflektieren.

Eine gute Einführung in die Art auf die uns die Marketingindustrie, Regierungen, Firmen und andere zu manipulieren versuchen ist die 3 Teilige BBC Dokureihe (Englisch)* über die Wurzeln der Massenmanipulation in unserer Zeit.

Globalismus

Ich bin keine besonders politische Person. Auf einem Spektrum von rechts nach links würde ich mich als nonbinär einstufen. Das bedeutet dass ich konservativ und progressiv gleichzeitig sein kann indem ich die Werte wähle die meiner Weltsicht entsprechen. Ich glaube dass Demokratie ein gutes Staatssystem ist um eine egalitäres Kultur zu sichern. Aber eine einzige globale Demokratie scheint zu monopolistisch. Ich glaube eine globale Gesellschaft auf Basis von vielen Demokratien ist die beste Lösung.

Debuggen der Gesellschaft

Ich möchte die folgende, simple Regel vorschlagen. Es handelt sich um ein Fragment aus einem Songtext der Band "Colour Haze". Es könnte als eine Einleitung in eine Weltsicht der Solidarität und Kooperation agieren.

  • ...There's only one commandment, you can do what you want to
    But never act in hatred, always be with love yeah
    Be with love with all and everything that's living...

    ...Es gibt nur ein Gebot, Du kannst tun was Du willst
    aber handle niemals aus Hass, sei immer mit Liebe...
    ...Behandle alles das Lebt mit Liebe...

    I Won't Stop - Colour Haze

Man beachte dass dieser Kodex ohne Empathie nicht funktioniert. Menschen denen es an Empathie mangelt könnten ihn missinterpretieren.

Für mich fasst dieser Kodex die Menschenrechte in einer sehr komprimierten form zusammen. Ich glaube dass das Wort Liebe auch ein Synonym von Respekt ist. Des weiteren impliziert das Tun von was man will auch das Reflektieren des eigenen Willens.

Dieses Weltbild überwindet den kindischen Egozentrismus der alten Generationen. Es balanciert das wir und das ich um das beste Resultat für alle zu erreichen. Das bedeutet auch das Übernehmen der Verantwortung über die eigenen Emotionen und Senden von aufbauenden Botschaften und das Filtern von Impulse aus traurigen oder negativen Emotionen aus dem eigenen Aktionsspielraum. Diese negativen Emotionen sind wie Erinnerungen daran lebensstrategien zu reflektieren und können zum Lernen animieren aber aus ihnen sollte nicht impulsiv gehandelt werden. Es impliziert auch konsensuelle Interaktion. Jeglicher Wunsch zu dominieren ist hinfällig.

Reihungen und Leitern

In einer Gruppe von Individuen wird sich wohl immer irgendwie eine soziale Ordnung bilden. Wie kann sich eine humanistische und kooperative Kultur durchsetzen? Als eine erste Massnahme um eine resiliente Gruppenkultur zu etablieren schlage ich verbindliche Solidarität vor. Das heisst die Anderen mitsamt ihrer Schwächen zu akzeptieren; wobei impliziert ist diese Schwächen niemals auszunützen sondern die Kenntnis zu nutzen respektvoll und vorsichtig miteinander umzugehen. Das ist notwendig damit das Individuum wachsen kann anstatt dass Energie in das Verstecken von Schwächen und Aufführen von Schauspielen investiert wird. Wie kann man ein vertrauensvolles Umfeld ermöglichen das seinen Teilnehmern erlaubt ihre Schwächen zu zeigen? Könnte eine Art radikale humanistisch-solidarische Kultur die Lösung sein? Obwohl verschiedene Individuen in ihren Fähigkeiten verschieden weit entwickelt sind sollten Respekt und Kooperation etwas egalitäres bleiben.

Führung und Autorität

Autorität zu haben bedeutet im Anarchismus das beste Vorbild zu sein das man sein kann. Autorität zu haben bedeutet Verantwortung für Andere zu haben. Das sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es gibt einen Unterschied zwischen natürlicher Autorität und erzwungener Autorität. Natürliche Autorität ist niemals erzwungen und kann zu jeder Zeit und von jedem und jeder gleichermassen in Frage gestellt werden; sie besteht aufgrund von Respekt und Empathie. Anarchismus kann nur natürliche Autorität akzeptieren. Das bedeutet eine Beziehung in der jemand die Verantwortung übernimmt jemanden jüngeren oder weniger erfahrenen zu begleiten um Wachstum zu bestärken. Diese Beziehung sollte immer freiwillig sein; Eltern sollten sich Mühe geben keinen Zwang aus der Beziehung zu ihren Kindern zu machen. Jemand der weniger Erfahrung oder Kenntnis hat sollte Rat von jemandem erfahreneren und weiseren suchen. Hoffentlich fällt man nicht auf einen Scharlatan herein. Aber das Risiko besteht, wie ich es selber erlebt habe…

The Arch shamanist

Als ich einen Punkt der Enttäuschung und Desillusionierung in Bezug auf die Praktiken der institutionellen psychosozialen Unterstützung erreicht hatte, versuchte ich Hilfe abseits von dem pathologie- und diagnosegetriebenen Establishment zu finden. Ich suchte Hilfe von einem schamanisten (der mir später drohte mich zu verklagen wenn ich ihn jemals öffentlich einen Schamanen nennen würde). Allerdings stellte er sich mir als ein psycho-sozialer Berater vor. Bis heute bin ich mir nicht sicher ob seine Wahrsagungsmethode ihn wirklich in der Matrix lesen hat lassen, einfach gute geschultes Raten und/oder das Schreiben der Matrix war. Ich habe wirklich viel von ihm gelernt. Er zeigte mir (erneut) wie emotionaler Missbrauch aussieht. Er zeigte mir wie Ökosupremismus aussieht. Er zeigte mir eine Menge hässliche Sachen indem er sie demonstrierte. Alles in allem zeigte er mir wie essentiell es ist in der sozialen Arbeit Ethikcodes zu befolgen. Nach dieser Erfahrung würde ich einen mittelmässigen Berater der einen humanistischen Ethikcodex beachtet einem mächtigen animalischen Magier, der nur seine eigennützigen düsteren Interessen verfolgt, vorziehen ohne zwei mal darüber nachzudenken.

Aber er hat mir auch den "Indigenous Code of Ethics from the Sacred Tree" gezeigt. Das war wirklich eine erleuchtende Begegnung. Für einen kurzen Moment glaubte ich beinahe dass ich nichts mehr zu tun hätte, da alles was ich erschaffen wollte bereits in diesem Code niedergeschrieben stand. Mit vielem von dem was in diesem Dokument geschrieben steht resonniere ich sehr stark. Dieser Code, der von einem Rat von verschiedenen amerikanischen ureingeborenen Stammesältesten erstellt wurde, zeigt die Transzendenz vom "Dschungel Gesetz". Aber er ist nicht perfekt. Zum Beispiel ist er gewissermassen altersdiskriminierend. Es scheint mir auch dass irgendwie normale Dinge mit sehr, sehr wichtigen Dingen vermischt werden. Er scheint auch leicht missinterpretierbar und ausnützbar zu sein, wie es mir The Arch shamanist demonstrierte.

Nichtsdestotrotz empfehle ich allen den Code online zu lesen (englisch)* oder das Buch (ebenfalls englisch) "The Sacred Tree" zu kaufen (ISBN 978-0-9415-2458-2).

Emotionale Selbstverteidigung

Ein liebe- und respektvolles Umfeld sollte der normale Zustand, in zum Beispiel einer Gruppe von Familienmitgliedern, sein. Momentan ist das aber oft nicht der Fall. Oft ist eine Kultur der Gewalt vordergründig. Das ist schwer für Kinder... Sie sind der Gewalt oft hilflos ausgeliefert. Als Erwachsene/r hat man aber immer die Option dem System der Gewalt Ungehorsam zu zeigen indem man Reaktionen oder Antworten verweigert und im Extremfall einfach weg geht.

Es gibt also Leute da draussen die in Systemen der Gewalt sozialisiert wurden, was bedeutet dass ihnen in ihrer Kindheit viel Weh getan wurde. Als Konsequenz daraus verwenden sie um zu erreichen was sie wollen, möglicherweise, bewusst oder unbewusst, gewaltsame Strategien. Insbesondere wenn sie Störungen in ihrer Empathie haben kann die Interaktion mit solchen Menschen potentiell sehr gefährlich werden. Bitte Lerne über Emotionalen Missbrauch, Narzisstische Persönlichkeitsstörung, Psychopathie und Gaslighting und entferne Dich von solchen Missbrauchern so bald wie möglich; Sei vorsichtig Menschen Empathie zu zeigen, die (offensichtlich) nicht die selbe erwidern können oder wollen.

Besonderer Respekt

Zusätzlich zum grundlegenden Respekt den Menschen für einander haben sollten, verdient jeder und jede besonderen Respekt für seine oder ihre Funktion Teil des Ganzen zu sein.

Auf der Anderen Seite glaube ich aber auch dass niemand eine/n Tyrannen/in respektieren sollte. Historischerweise waren es der Patriarch, der Chef, die Älteren, die Reichen etc. welchen besonderer Respekt zugute kam. Langsam aber sicher verschwinden diese Strukturen. Momentan sind sie aber doch noch sehr etabliert.

Also würde ich vorschlagen dass besonderer Respekt jedem/r zusteht die oder der nicht aktiv und / oder kontinuierlich dem Bestreben nachgeht Leuten die ihm oder ihr nahe oder fern sind weh zu tun oder sich unterzuordnen.

Zusätzlich steht Kindern besondere Nachsicht zu. Sie können die Welt und soziale Normen noch nicht verstehen wie der bzw. die Erwachsen/e. Sie brauchen Liebe und Zuneigung sicherlich mehr als Regulation oder Beschneidung. Zur selben Zeit muss man ihren Zugang zu schädlichen Bereichen der Welt und Dingen die nicht kinderfreundlich sind beschränken; dieser Prozess darf nicht selbst schädlich für das Kind werden.

Diese Gedanken stammen von der tiefen Ablehnung der Art von vielen der Älteren denen ich begegnet bin. Jemand der gleichzeitig Respekt verlangt und dafür keinen Respekt erwidert macht zwei Fehler. In einer perfekten Welt ist jede/r immer zufrieden mit dem Respekt den er oder sie erhält und in Wahrheit ist Respekt nichts erzwingbares. Respekt durch Gewalt ist kein echter Respekt; es ist in Wahrheit nur Angst. Respekt sollte also niemals erwartet aber immer gezeigt werden.

Der Programmierer und der Programmierte /
Die Programmiererin und die Programmierte

Eine Kultur der Emanzipation impliziert Anarchismus. Weg von Tyrannei, weg davon verletzenden Programmen der Elite um die gemeinen Massen zu unterwerfen ausgesetzt zu sein. Hin zur Selbstregulation, hin zur Selbstrealisierung durch Selbstdefinition. Anarchist/in zu sein bedeutet sein/e eigene/r Programmierer/in zu sein. Das bedeutet auch das aktive Reflektieren der Programme die durch Eindrücke aus der Aussenwelt entstanden sind. Am Anfang könnte es aussehen dass da fast nur fremder Code steht. Aber das ist erst der Anfang vom bewussten Designen und Realisieren des Selbst.

Entmystifizierung und Open Source Social Engineering

Insbesondere im Anarchismus, ob man will oder nicht, hat jede/r die Rolle eines Social Engineers, zu Deutsch Sozialingenieurs. Das bedeutet dass jede/r für die Gestaltung des eigenen Lebens zuständig ist. Beginnend mit dem Versuch bewusst Kontrolle über das eigene Werte- und Normensystem zu übernehmen. Anders als der historische Ansatz, Andere mit proprietären Code zu manipulieren um ein Ziel zu erreichen, soll Open Source Social Engineering auf einer konsensuellen Basis arbeiten. Das Individuum deklariert gegenüber jemandem Anderen oder einer Gruppe welche Bedürfnisse es hat. Auf diesem Weg können Norme gemeinsam und transparent etablieren. Jede/r weis wie die Anderen zu Unterstützen sind und warum.

Vision of Solidarity © Jan Buchinger, 2016

Deismus / Omniismus / Monotheismus

Gott hat einen Namen. Wer oder was Gott ist stellte sich mir die Frage. Das Konzept einer universellen Verbundenheit von Allem erscheint mir naheliegend. Daher ergibt sich in mir das Bild dass Gott die Summe aller existierenden Energien ist. Es scheint ja auch Hinweise aus der Quantenphysik zu geben dass aller Materie ein mysteriöses Bewusstsein zugrunde liegt. Diese Gedanken bewegen mich dazu, mich als einen kleinen Teil der gesamten Realität zu sehen und damit in Verbindung mit allem was es gibt.

Zum Einen macht das alle Menschen zu Brüdern und Schwestern in "den Augen Gottes". Zum Anderen bedeutet das, dass alle Menschen Kinder Gottes sind.

Heiligkeit

Ich denke, dass aus einer universellen Sicht, für uns Lebewesen das Leben an sich das heiligste sein sollte. Heilig heisst aber auch heil bzw. ganz / vollständig. Als wichtigste Komponente der menschlichen Heiligkeit sehe ich die Selbstbeherrschung. Nur jemand der oder die voll über sich selbst verfügt kann der Heiligkeit entgegen streben; ansonsten müsste er/sie sich emanzipieren von wem oder was auch immer Besitzansprüche ausgehen um (wieder) der Vollkommenheit entgegenzustreben.

In Zusammenhang mit dem experimentellen Stil des menschlichen Wachstums, erweitert sich der Raum in den man hineinwächst mit dem fortschreitenden Wachstum. Heiligkeit wäre das volle Ausschöpfen dieses Raums des Potentiales. Da das ein Ding der Unmöglichkeit ist, ist auch heiligkeit ein Zustand der angestrebt aber nie erreicht werden kann.

JC Superstar

Jesus Christus der Mann, der Mythos, die Legende; er ist der Stereotyp und das Vorbild des heiligen Menschen. Er ist die Schnittstelle zur Gottesmatrix, er ist der Grosse Bruder. In Zeiten der Verwirrung und Unsicherheit frage Dich selbst: Was würde Jesus tun? Seine Botschaft in meinen Gedanken ist dass jeder Mensch ein Monopol über seine eigene Spiritualität hat. Lasse niemals Institutionen, Gruppen oder Individuen Kontrolle über Deine Spiritualität übernehmen; das kann nicht christlich sein.

Der Anarchistische Christ

Mein Verständnis von der "christlichen Lehre" ist sicherlich stark simplifiziert. Das liegt hauptsächlich daran dass ich es aus unserer Kultur und Gesellschaft abgeleitet habe und nicht aus der Bibel.

Darauf, ob es einen historischen Jesus gab oder nicht, möchte ich mich nicht festlegen. Ich habe noch nie die Bibel gelesen. Meine christliche Prägung hat auf einer kulturellen Ebene stattgefunden. Es wurde mir jetzt auch relativ spät klar, dass meine Einstellungen sich zu grossen Stücken mit dem christlichen Wertesystem vergleichen lassen.

Tugend

An erster Stelle scheint mir die Solidarität auch für Andersartige und insbesondere für die Schwächeren und die Kranken. Das scheint auch mit dem Begriff der Nächstenliebe zu tun zu haben. Die Gleichberechtigung und Gleichgestelltheit im sozialen Gefüge sollte auch auf jeden Fall angestrebt werden. Das kann aber nur in einem System der Gewaltfreiheit bewerkstelligt werden.

Die andere Wange hinzuhalten hat verschiedene Bedeutungen. Ich glaube allerdings schon dass in Notwehr Gewalt defensiv angewandt werden sollte, sofern es wirklich gerechtfertigt ist.

Innerhalb der christlichen Gemeinde macht es aber durchaus Sinn. Zum Einen bedeutet es, selbst nicht der Fremdbestimmtheit zu unterliegen, zum Gewalttäter zu werden. Auf der anderen Seite ist es die einzige Möglichkeit, in einem gewaltsamen System einen Keim des Friedens zu setzen; das heisst in einem System, in dem die Gewalt schon so sehr zur Alltagskultur geworden ist, dass man nur mehr schwer oder gar nicht mehr unterscheiden kann wer TäterIn und wer Opfer ist kann man nur auf die Verwirrung durch Gewaltboykott und Humor setzten.

Kein Mensch ist perfekt aber jeder Mensch kann sich bessern. Nachsicht mit denen die sich bemühen zu bessern ist die Grundlage einer christlichen Gemeinde. Jesus ist für unsere Sünden gestorben. Was genau heisst das? Ich bin mir wirklich nicht sicher was die konkrete Botschaft dahinter ist; allerdings bin ich mir sicher dass es sich nicht um einen Freibrief zu sündigen handeln kann. Frei von Sünde zu sein heisst für mich in der Realität aus Fehlern zu lernen und die Verantwortung zu übernehmen sich zu bessern.

Seitens der Gemeinde bedeutet das, dass eine Haltung der Nachsicht und Vergebung die Grundlage der Interaktion darstellt. Die Absicht dahinter ist eine Kultur, in der Empathie entstehen kann, zu etablieren.

Eine wichtige Grundlage der christlichen Kultur ist auch dass der Glaube und die Spiritualität frei von finanziellen Interessen bleiben müssen. Wie es zum Beispiel die Katholiken machen, dass man zahlen muss um Christ zu sein, ist eigentlich nicht kompatibel mit der christlichen Kultur. Eine Kollekte die für gemeinnütze Dinge verwendet wird kann durchaus legitim sein. Der Betrag der zum Decken der gemeinnützigkeit übrig bleibt sollte allerdings zurückgegeben werden. Unter denen die es am nötigsten haben sollten solche Ressourcen aufgeteilt werden.

Sünde

Ich möchte niemanden davon abhalten die biblischen Sünden zu reflektieren. Ich habe es aber noch nie bewusst getan.

Im Sinne der Simplifizierung und im Kontext des Anarchismus ist die "zentrale Untugend" im Lebensalltag die Arroganz. Daher ist meiner Meinung nach Arroganz und Überheblichkeit eine zentrale Gegenkraft zu der universellen Emanzipation für die der Anarchismus steht und das grösste Laster unserer zeitgenössischen Gesellschaft.

Todsünde - Sünde die zu meiden ist wie der Tod

Die Steigerungsform der Arroganz ist der Supremismus. Supremismus bedeutet, dass ein Mensch sich aufgrund seiner Gruppenzugehörigkeit, oder auch für sich alleine, besser fühlt, als andere Menschen; bis hin zur Aberkennung der Anderen Menschlichkeit.

Die Ironie dabei ist dass dieses Gefälle in der Realität genau invertiert zu der Definition des Supremisten ist; denn das einzige, das in Wirklichkeit passiert, wenn ein Mensch Andere zu Tieren degradierd, ist, dass dieser Mensch seine eigene Menschlichkeit verliert. Daher und sowieso ist Supremismus zu meiden wie der Tod.

Apokalypse

Ich glaube dass die Apokalypse kein globales Ereignis war bzw. ist sondern dass wir in einer apokalyptischen Zeit leben. Den Auftakt hat wohl oder wohl eher übel Deutschland gemacht. Es wurde der Supremismus ausgelebt und dabei eine Kultur der Selbstentfremdung etabliert. Es haben dadurch die Anhänger des Hitler Regimes ihre Menschlichkeit kollektiv verloren. Ohne dass uns eine Schuld an den Gräueltaten unserer Grosseltern System trifft haben wir die Verantwortung aus der Geschichte zu lernen und es besser zu machen. Auf der einen Seite ist das leicht weil ein geringes Mass an Solidarität das des Grosseltern Systems übersteigt. Auf der anderen Seite jedoch eine grosse Herausforderung da die Geschichte bereits in Vergessenheit gerät und damit die Gefahr entsteht den Humanismus wieder zu verlieren.

Die Aufgabe die wir uns stellen sollten lautet meiner Meinung nach wie folgt:

"Wie können wir die Erkenntnis, die Menschenrechte zu wahren, in die Kultur der zukünftigen Generationen transferieren ohne dabei auf traumatogene Strategien zurückzugreifen?"

Ich bin der festen Überzeugung dass das Vorführen von z.Bsp. Bildern aus den Vernichtungslagern wichtig war um die Bevölkerung über die Missstände ihrer Gesellschaft zu informieren.

Die jetzt heranwachsenden und zukünftigen Generationen sollten allerdings die Möglichkeit haben zu lernen ohne dabei systematisch mit den Beweisen für die Gräueltaten eines vergangenen Systems traumatisiert zu werden.

Wie können wir aus diesem Zustand des indoktrinierten Selbsthasses wieder herausfinden; wie können wir unsere von Ablehnung der alten Generationen geprägte Identität wieder heilen?

Die Apokalypse braucht einen Heilsbringer - Postmessianismus

Um proaktiv die Zukunft zu gestalten braucht die Gesellschaft Individuen die sich selbst realisieren und beherrschen. Das bedeutet in erster Linie reflektionsfähig zu sein und Verantwortung für seine eigenen Emotionen zu übernehmen. Das ist eine grundlegende Voraussetzung um ein integrer Gesellschaftsteilnehmer zu sein.

Das ist eine kurze Zusammenfassung, in meinen Worten; eine Zusammenfassung von der Lehre von Marshall Rosenberg; ich behaupte er sei der Messias, der Heilsbringer für unsere zersplitterte kulturelle Identität.

Marshall Rosenberg hat mit seiner "Gewaltfreien Kommunikation" einen wertvollen Grundstein für ein empathischeres Miteinander und Mit sich selbst gelegt. Damit, in meinen Augen, genau das Gegengift das unsere kollektive westliche Identität so dringend notwendig hat.

Recht

Eine Insel mit Leuchtturm im Ozean der Gewalt und ein guter Landepunkt sind die Menschenrechte. Zusammengefasst würde ich es so formulieren: "Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche als auch auf emotionale Unversehrtheit."

In diesem Zusammenhang plädiere ich jetzt für etwas, auf den ersten Blick, unanarchistisches: Mehr Regierung! Die Menschenrechte sollten jedem Menschen zugänglich gemacht werden. Insbesondere wenn Menschen eine Rolle als Autoritätsperson missbrauchen sollten diese zur Rechenschaft gezogen werden können. Aber auch alle anderen Formen der emotionalen Gewalt sollten nicht mehr einfach so hingenommen werden müssen.